Forderungsverzicht Vereinbarung Vorlage (Word & PDF)

Kostenlose Vorlage für vollständigen oder teilweisen Forderungsverzicht – mit Restschuld, Bedingungen, Sicherheiten und Abschlussbestätigung.

Vorlage herunterladen

Mit unserer kostenlosen Forderungsverzicht Vereinbarung Vorlage können Gläubiger und Schuldner einen vollständigen oder teilweisen Erlass einer bestehenden Forderung schriftlich festhalten. Die Vorlage eignet sich beispielsweise für private Darlehen, offene Rechnungen, Mietforderungen, Vergleichslösungen oder andere Geldforderungen.

Ein Forderungsverzicht sollte möglichst genau beschreiben, welche Forderung betroffen ist, auf welchen Betrag verzichtet wird und ob nach dem Erlass noch eine Restschuld bestehen bleibt. Bei einem Teilverzicht ist außerdem wichtig, wie und wann der verbleibende Betrag gezahlt werden soll.

Die Vorlage berücksichtigt deshalb Hauptforderung, Zinsen, Mahnkosten, Inkasso- und Rechtsanwaltskosten, bereits geleistete Zahlungen, mögliche Bedingungen des Verzichts, Sicherheiten, bestehende Vollstreckungstitel und eine spätere Abschlussbestätigung.

Die Word-Version lässt sich vollständig an den konkreten Fall anpassen. Die PDF-Version eignet sich zum Ausdrucken und gemeinsamen Unterzeichnen.

Wichtig

Ein Forderungsverzicht sollte nicht nur allgemein mit „die Schulden werden erlassen“ beschrieben werden. Je genauer Hauptforderung, Nebenforderungen, Restschuld und Bedingungen bezeichnet sind, desto geringer ist das Risiko späterer Streitigkeiten.

Was bedeutet Forderungsverzicht?

Ein Forderungsverzicht bedeutet, dass ein Gläubiger mit dem Schuldner vereinbart, eine bestehende Schuld ganz oder teilweise nicht mehr zu verlangen.

Rechtlich spricht man häufig von einem Erlassvertrag.

§ 397 BGB – Erlassvertrag

§ 397 Abs. 1 BGB bestimmt, dass ein Schuldverhältnis erlischt, wenn der Gläubiger dem Schuldner durch Vertrag die Schuld erlässt.

Den aktuellen Gesetzestext findest du unter § 397 BGB.

Forderungsverzicht ist eine Vereinbarung

Der gesetzliche Erlass ist als Vertrag ausgestaltet.

Deshalb sollte die Vereinbarung grundsätzlich von beiden Parteien dokumentiert werden:

  • Gläubiger
  • Schuldner

Einseitiges Schreiben oder Vereinbarung?

Ein bloßes Schreiben des Gläubigers kann den beabsichtigten Verzicht dokumentieren, eine klare zweiseitige Erlassvereinbarung ist jedoch regelmäßig besser geeignet, wenn Umfang, Restschuld oder Bedingungen verbindlich geregelt werden sollen.

Vollständiger Forderungsverzicht

Bei einem vollständigen Forderungsverzicht soll die bezeichnete Forderung vollständig erlassen werden.

Die Vereinbarung sollte dabei festlegen, ob der Erlass nur die Hauptforderung oder auch Nebenforderungen erfasst.

Dazu können gehören:

  • Vertragszinsen
  • Verzugszinsen
  • Mahnkosten
  • Inkassokosten
  • Rechtsanwaltskosten
  • weitere Nebenforderungen

Beispiel vollständiger Erlass

Beispiel

Der Gläubiger erlässt dem Schuldner die noch offene Hauptforderung in Höhe von 4.000 Euro einschließlich der bis zum Abschluss der Vereinbarung entstandenen Zinsen und Mahnkosten vollständig.

Teilweiser Forderungsverzicht

Bei einem Teilverzicht bleibt ein Teil der Forderung bestehen.

Dann sollten insbesondere zwei Beträge eindeutig angegeben werden:

  • Höhe des erlassenen Betrags
  • Höhe der verbleibenden Restschuld

Beispiel für einen Teilverzicht

Beispiel

Von der offenen Gesamtforderung in Höhe von 8.000 Euro erlässt der Gläubiger einen Betrag von 3.000 Euro. Die verbleibende Restschuld beträgt 5.000 Euro.

So verwendest du die Forderungsverzicht Vereinbarung

  1. Parteien eintragen: Ergänze Gläubiger und Schuldner vollständig.
  2. Forderung bezeichnen: Gib Rechtsgrund, Datum, Rechnung, Vertrag oder Aktenzeichen an.
  3. Forderung aufschlüsseln: Trenne Hauptforderung, Zinsen und Kosten.
  4. Verzicht auswählen: Entscheide zwischen vollständigem und teilweisem Erlass.
  5. Restschuld bestimmen: Bei einem Teilverzicht muss der verbleibende Betrag eindeutig sein.
  6. Bedingungen festlegen: Entscheide, ob der Erlass sofort oder erst nach Erfüllung einer Bedingung wirken soll.
  7. Zahlung regeln: Vereinbare Einmalzahlung oder Raten für eine verbleibende Restschuld.
  8. Sicherheiten prüfen: Bürgschaften, Pfandrechte oder andere Sicherheiten sollten ausdrücklich berücksichtigt werden.
  9. Vollstreckungstitel erfassen: Bestehende Titel sollten nicht übersehen werden.
  10. Beide Seiten unterschreiben: Jede Partei erhält eine Ausfertigung.

Welche Forderung wird erlassen?

Die Forderung sollte möglichst eindeutig identifiziert werden.

Dafür eignen sich beispielsweise:

  • Vertragsdatum
  • Rechnungsnummer
  • Darlehensvertrag
  • Aktenzeichen
  • Fälligkeit
  • ursprünglicher Forderungsbetrag

Rechtsgrund nennen

Als Rechtsgrund können beispielsweise angegeben werden:

  • Privatdarlehen
  • Kaufvertrag
  • Dienstleistungsvertrag
  • Mietverhältnis
  • Schadensersatzforderung
  • offene Rechnung

Forderung nicht zu allgemein beschreiben

Bei mehreren offenen Forderungen zwischen denselben Parteien sollte eindeutig sein, welche davon erlassen wird.

Beispiel

Der Forderungsverzicht betrifft ausschließlich die noch offene Forderung aus dem Privatdarlehensvertrag vom 15.03.2025 über ursprünglich 12.000 Euro.

Hauptforderung und Nebenforderungen trennen

Eine Forderung kann aus mehreren Bestandteilen bestehen.

Typischerweise:

  • Hauptforderung
  • Zinsen
  • Verzugszinsen
  • Mahnkosten
  • Inkassokosten
  • Rechtsanwaltskosten
  • Gerichtskosten

Gesamtbetrag berechnen

Vor dem Erlass sollte möglichst klar sein, wie hoch die Forderung insgesamt ist.

Beispiel

Hauptforderung: 5.000 Euro

Zinsen: 180 Euro

Mahnkosten: 20 Euro

Gesamtforderung: 5.200 Euro

Bereits geleistete Zahlungen berücksichtigen

Hat der Schuldner bereits Beträge gezahlt, sollten diese in der Forderungsaufstellung berücksichtigt werden.

Beispiel

Beispiel

ursprüngliche Forderung: 10.000 Euro

bereits bezahlt: 4.000 Euro

offene Hauptforderung: 6.000 Euro

Gezahlte Beträge nicht versehentlich erneut erlassen

Ein Forderungsverzicht sollte sich grundsätzlich auf den noch bestehenden offenen Anspruch beziehen.

Restschuld bei Teilverzicht

Wenn nur ein Teil erlassen wird, sollte die verbleibende Restschuld ausdrücklich angegeben werden.

Restschuld in einer Summe zahlen

Die Parteien können vereinbaren, dass der reduzierte Betrag einmalig gezahlt wird.

Beispiel

Die verbleibende Restschuld von 3.500 Euro ist spätestens am 30. November 2026 in einer Summe zu zahlen.

Restschuld in Raten zahlen

Alternativ kann eine Ratenzahlung vereinbart werden.

Dann sollten geregelt werden:

  • Ratenhöhe
  • erste Rate
  • monatlicher Fälligkeitstag
  • Schlussrate
  • Zahlungskonto

Beispiel Ratenzahlung

Beispiel

Die Restschuld von 4.800 Euro wird ab dem 1. November 2026 in zwölf monatlichen Raten zu je 400 Euro gezahlt.

Forderungsverzicht sofort wirksam

Ein Erlass kann ohne weitere Bedingung vereinbart werden.

Dann sollte klar sein, ab welchem Zeitpunkt der betreffende Forderungsteil nicht mehr besteht.

Bedingter Forderungsverzicht

Der Verzicht kann auch davon abhängig gemacht werden, dass der Schuldner zuvor eine bestimmte Leistung erbringt.

Zum Beispiel:

  • bestimmter Teilbetrag wird fristgerecht bezahlt
  • vereinbarte Raten werden vollständig geleistet
  • bestimmte Unterlagen werden herausgegeben
Beispiel

Der Gläubiger verzichtet auf 40 Prozent der offenen Forderung, sofern der Schuldner den vereinbarten Restbetrag von 6.000 Euro spätestens bis zum 31. Dezember 2026 vollständig zahlt.

Bedingung genau beschreiben

Bei einem bedingten Erlass sollte klar geregelt werden:

  • welche Leistung erforderlich ist
  • welcher Betrag gezahlt werden muss
  • bis wann gezahlt werden muss
  • wann der Erlass endgültig wirksam wird

Unklaren Schwebezustand vermeiden

Formulierungen wie „wenn der Schuldner ordentlich zahlt“ sind zu unbestimmt.

Besser sind konkrete Beträge und Termine.

Wiederaufleben der Forderung

Bei bedingten Vereinbarungen kann die Frage entstehen, was passiert, wenn der Schuldner die vereinbarte Restzahlung nicht wie vorgesehen erfüllt.

Wiederauflebensklausel ausdrücklich gestalten

Wenn die ursprünglich erlassene Forderung unter bestimmten Voraussetzungen wieder geltend gemacht werden können soll, muss diese Regelung besonders klar formuliert werden.

Keine überraschende Rückkehr der Gesamtschuld

Eine Klausel, nach der bereits bei einer geringfügig verspäteten Rate sofort die gesamte ursprünglich erlassene Forderung wieder anfällt, kann rechtlich problematisch sein und sollte insbesondere bei standardisierten Verträgen sorgfältig geprüft werden.

Nachfrist vorsehen

Praktisch kann eine angemessene Nachfrist vorgesehen werden.

Beispiel

Bei einer verspäteten Rate erhält der Schuldner zunächst eine schriftliche Nachfrist von 14 Kalendertagen.

Forderungsverzicht und Stundung unterscheiden

Bei einem Forderungsverzicht wird die Forderung ganz oder teilweise endgültig aufgegeben.

Bei einer Stundung bleibt die Forderung dagegen bestehen, lediglich ihre Fälligkeit wird hinausgeschoben.

Beispiel Stundung

Beispiel

Eine Forderung über 5.000 Euro bleibt vollständig bestehen, muss aber erst sechs Monate später bezahlt werden. Das ist grundsätzlich eine Stundung und kein Forderungsverzicht.

Forderungsverzicht und Ratenzahlung unterscheiden

Auch eine Ratenzahlung allein bedeutet noch keinen Erlass.

Der Gläubiger erhält lediglich den bestehenden Betrag verteilt über mehrere Zahlungstermine.

Forderungsverzicht und Vergleich unterscheiden

Ein Forderungsverzicht nach § 397 BGB ist vom Vergleich nach § 779 BGB zu unterscheiden.

Beim Vergleich beseitigen die Parteien Streit oder Ungewissheit über ein Rechtsverhältnis durch gegenseitiges Nachgeben.

Ein Forderungsverzicht kann dagegen auch vereinbart werden, obwohl über Bestand und Höhe der Forderung überhaupt kein Streit besteht.

Wann ist eine Vergleichsvereinbarung besser?

Eine Vergleichsvereinbarung kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn:

  • der Schuldner die Forderung bestreitet
  • die genaue Höhe unklar ist
  • beide Seiten Rechtsrisiken vermeiden möchten
  • Gläubiger und Schuldner gegenseitige Zugeständnisse machen

Vergleichsvereinbarung Schulden

Für diesen Fall ist unsere separate Vergleichsvereinbarung Schulden Vorlage vorgesehen.

Zinsen bei verbleibender Restforderung

Bei einem Teilverzicht sollte geregelt werden, ob die verbleibende Restschuld weiterhin verzinst wird.

Mögliche Varianten sind:

  • zinsfreie Restschuld
  • bisheriger Vertragszins
  • neu vereinbarter Zinssatz

Zinsen ausdrücklich regeln

So lässt sich vermeiden, dass später unterschiedliche Berechnungen vorgenommen werden.

Verzugszinsen

Wird eine verbleibende fällige Geldforderung nicht rechtzeitig bezahlt, können die gesetzlichen Regeln über Zahlungsverzug weiterhin relevant sein.

Bereits entstandene Zinsen

Es sollte unterschieden werden zwischen:

  • bereits entstandenen Zinsen
  • zukünftigen Zinsen auf die Restschuld

Inkassokosten

Wurde bereits ein Inkassounternehmen eingeschaltet, sollte geklärt werden, ob dessen Kosten vom Forderungsverzicht erfasst sind.

Inkasso über Vereinbarung informieren

Besteht ein Inkassoauftrag weiter, sollte der Gläubiger die beauftragte Stelle über die neue Vereinbarung informieren.

Rechtsanwaltskosten

Dasselbe gilt für bereits eingeschaltete Rechtsanwälte.

Gerichtskosten

Besteht bereits ein gerichtliches Verfahren, sollten Gerichtskosten nicht einfach stillschweigend vergessen werden.

Vollstreckungstitel

Besonders wichtig ist die Prüfung, ob zur Forderung bereits ein Vollstreckungstitel besteht.

Zum Beispiel:

  • Vollstreckungsbescheid
  • Urteil
  • gerichtlicher Vergleich
  • notarielle Urkunde

Forderungsverzicht beseitigt Dokument nicht automatisch aus der Welt

Auch wenn sich die zugrunde liegende Forderung durch Vereinbarung verändert oder erledigt, sollte ausdrücklich geregelt werden, wie mit einem vorhandenen Titel umgegangen wird.

Titel nach vollständiger Erledigung

Je nach Situation kann beispielsweise vereinbart werden:

  • Herausgabe des Titels
  • Bestätigung der Erledigung
  • Beschränkung auf die verbleibende Restforderung
  • keine weitere Vollstreckung nach vollständiger Erfüllung

Keine eigenmächtige Titelvernichtung

Ein bestehender Vollstreckungstitel sollte rechtlich sauber behandelt werden.

Sicherheiten

Für eine Forderung können zusätzliche Sicherheiten bestehen.

Zum Beispiel:

  • Bürgschaft
  • Pfandrecht
  • Sicherungsübereignung
  • Grundschuld
  • Hypothek

Sicherheiten ausdrücklich regeln

Bei einem vollständigen oder teilweisen Forderungsverzicht sollte geprüft werden, was mit vorhandenen Sicherheiten geschehen soll.

Teilverzicht

Bei einer verbleibenden Restschuld kann beispielsweise vereinbart werden, dass eine Sicherheit zunächst weiterhin bestehen bleibt.

Vollständige Erledigung

Nach vollständiger Erledigung kann eine Sicherheit gegebenenfalls freizugeben beziehungsweise zurückzugewähren sein. Die genaue rechtliche Behandlung hängt von der Art der Sicherheit ab.

Wichtig

Bei Grundschulden, Hypotheken, Bürgschaften oder anderen wertvollen Sicherheiten sollte die konkrete rechtliche Wirkung des Forderungsverzichts individuell geprüft werden.

Bürgschaft

Eine Bürgschaft ist rechtlich eng mit der gesicherten Forderung verbunden.

Bei einem Erlass sollte daher nicht nur die Hauptforderung, sondern auch die bestehende Bürgschaft berücksichtigt werden.

Grundschuld

Eine Grundschuld ist rechtlich anders ausgestaltet als eine rein akzessorische Sicherheit und sollte bei einem Forderungsverzicht nicht mit einer einfachen Standardklausel behandelt werden.

Immobilienbezogene Forderungen

Bei grundbuchlichen Sicherheiten kann professionelle rechtliche beziehungsweise notarielle Beratung notwendig sein.

Privates Darlehen

Ein Forderungsverzicht kommt häufig bei einem privaten Kredit zwischen Familienmitgliedern oder Freunden vor.

Dafür kann zuvor beispielsweise unsere Kreditvertrag privat Vorlage verwendet worden sein.

Beispiel Familiendarlehen

Beispiel

Eltern haben ihrem erwachsenen Kind 20.000 Euro geliehen. Nachdem 12.000 Euro zurückgezahlt wurden, vereinbaren beide Seiten, dass die verbleibenden 8.000 Euro vollständig erlassen werden.

Steuerliche Folgen beachten

Ein Forderungsverzicht kann steuerliche Auswirkungen haben.

Das gilt insbesondere bei:

  • großen Forderungen innerhalb der Familie
  • Gesellschafterdarlehen
  • betrieblichen Forderungen
  • Verzicht gegenüber Unternehmen

Schenkungsteuer kann eine Rolle spielen

Bei einem unentgeltlichen Forderungsverzicht zwischen Privatpersonen kann abhängig von den Umständen und Freibeträgen eine schenkungsteuerliche Prüfung erforderlich sein.

Keine pauschale Steuerfreiheit annehmen

Gerade bei hohen Beträgen sollte steuerlicher Rat eingeholt werden.

Forderungsverzicht gegenüber Unternehmen

Bei Forderungsverzichten im betrieblichen Bereich können steuerliche und bilanzielle Folgen deutlich komplexer sein.

Gesellschafterdarlehen

Ein Forderungsverzicht eines Gesellschafters gegenüber seiner Gesellschaft kann besondere steuerliche Folgen haben und sollte nicht allein mit einer privaten Standardvorlage gestaltet werden.

Schuldner in finanzieller Notlage

Ein Forderungsverzicht kann Teil einer privaten Einigung sein, wenn ein Schuldner nicht in der Lage ist, die vollständige Forderung zu bezahlen.

Zahlungsfähigkeit realistisch berücksichtigen

Für einen Gläubiger kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, einen geringeren realistisch zahlbaren Betrag zu akzeptieren statt über Jahre erfolglos die Gesamtforderung zu verfolgen.

Keine Insolvenzumgehung

Bei bestehender oder drohender Insolvenz können zusätzliche insolvenzrechtliche Fragen entstehen.

Insbesondere größere Forderungsverzichte sollten dann professionell geprüft werden.

Mehrere Gläubiger

Hat ein Schuldner mehrere Gläubiger, wirkt eine Vereinbarung mit einem Gläubiger grundsätzlich nicht automatisch für die Forderungen der anderen Gläubiger.

Nur eigene Forderung regeln

Die Vereinbarung sollte deshalb genau bezeichnen, welche Forderung zwischen den konkreten Parteien betroffen ist.

Andere Forderungen ausnehmen

Falls zwischen denselben Parteien mehrere Rechtsverhältnisse bestehen, kann ausdrücklich festgehalten werden, dass nur die bezeichnete Forderung betroffen ist.

Beispiel

Diese Vereinbarung betrifft ausschließlich das Darlehen vom 10.01.2025. Forderungen aus dem Mietvertrag der Parteien bleiben unberührt.

Negatives Schuldanerkenntnis

§ 397 Abs. 2 BGB enthält außerdem eine Regelung für den Fall, dass Gläubiger und Schuldner vertraglich anerkennen, dass ein Schuldverhältnis nicht besteht.

Nicht mit Forderungsverzicht verwechseln

Beim klassischen Erlass besteht die Forderung zunächst und wird durch Vertrag erlassen.

Bei einem negativen Schuldanerkenntnis erklären die Parteien dagegen vertraglich, dass das betreffende Schuldverhältnis nicht besteht.

Bestehende Forderung eindeutig anerkannt?

Wenn über den Bestand der Forderung selbst gestritten wird, kann statt eines einfachen Erlasses eine Vergleichsvereinbarung besser passen.

Abschlussbestätigung

Nach Erfüllung der Vereinbarung kann der Gläubiger schriftlich bestätigen, dass keine weitere Forderung mehr besteht.

Beispiel

Hiermit bestätige ich, dass sämtliche Verpflichtungen aus der Forderungsverzichtsvereinbarung vom 21.09.2026 erfüllt wurden und aus der dort bezeichneten Forderung keine weiteren Zahlungsansprüche bestehen.

Bestätigung bei Teilverzicht

Auch nach vollständiger Bezahlung einer vereinbarten Restschuld ist eine solche Erledigungsbestätigung hilfreich.

Auskunfteien und SCHUFA

Ein Forderungsverzicht führt nicht automatisch dazu, dass sämtliche bei Auskunfteien gespeicherten Informationen sofort gelöscht werden müssen.

Keine Löschgarantie versprechen

Die Vereinbarung sollte deshalb keine pauschale Garantie enthalten, dass ein bestimmter Eintrag gelöscht wird.

Berichtigung und Aktualisierung

Gesetzliche Datenschutzpflichten und mögliche Ansprüche auf Berichtigung beziehungsweise Aktualisierung bleiben davon unberührt.

Forderung bereits an Inkasso abgetreten?

Besonders wichtig ist die Frage, wer aktuell Gläubiger ist.

Wurde die Forderung nicht lediglich zum Einzug übergeben, sondern tatsächlich an einen Dritten abgetreten, kann der ursprüngliche Gläubiger möglicherweise nicht mehr allein über sie verfügen.

Aktuellen Gläubiger feststellen

Vor Abschluss der Vereinbarung sollte deshalb geprüft werden, wem die Forderung tatsächlich zusteht.

Forderung verkauft

Wurde die Forderung an ein Inkassounternehmen oder einen anderen Forderungskäufer übertragen, muss eine Erlassvereinbarung mit dem aktuellen Gläubiger geschlossen werden.

Zahlungsverzicht bei noch nicht feststehender Forderung

Ist noch unklar, ob die Forderung überhaupt besteht, sollte ein klassischer Forderungsverzicht nicht automatisch verwendet werden.

Vergleich kann geeigneter sein

Bei Streit über Bestand, Höhe oder Einwendungen kann eine Vergleichsvereinbarung die bessere Dokumentenart sein.

Keine unnötig weitgehende Erledigungsklausel

Eine Formulierung wie „alle gegenseitigen Ansprüche aus allen Rechtsverhältnissen sind erledigt“ kann deutlich weiter reichen als beabsichtigt.

Vergleichsgegenstand begrenzen

Besser ist häufig eine konkrete Bezugnahme auf die betreffende Forderung.

Forderungsverzicht und Verjährung

Ein Erlass ist etwas anderes als Verjährung.

Beim Erlass erlischt die Forderung aufgrund einer Vereinbarung.

Bei einer verjährten Forderung kann dagegen grundsätzlich eine Einrede gegen ihre Durchsetzung bestehen, ohne dass die Forderung allein dadurch automatisch wie bei einem Erlass beseitigt wird.

Keine verjährte Forderung ungeprüft anerkennen

Bei sehr alten Forderungen kann vor Abschluss einer Vereinbarung eine Prüfung sinnvoll sein.

Forderungsverzicht nach Mahnungen

Auch wenn bereits Zahlungserinnerungen oder Mahnungen verschickt wurden, kann später noch ein Erlass vereinbart werden.

Offene Zahlungsaufforderungen aktualisieren

Nach Abschluss der Vereinbarung sollten alte Zahlungsforderungen nicht unverändert weiterverfolgt werden.

Zahlungserinnerung

Wenn kein Forderungsverzicht gewünscht ist und lediglich eine offene Zahlung erinnert werden soll, kannst du unsere Zahlungserinnerung Vorlage verwenden.

Forderungsverzicht bei laufender Ratenzahlung

Auch während eines bestehenden Ratenplans kann nachträglich ein Teilverzicht vereinbart werden.

Alten Ratenplan ersetzen

Die neue Vereinbarung sollte dann klarstellen, ob und in welchem Umfang der alte Zahlungsplan ersetzt wird.

Bereits geleistete Raten berücksichtigen

Alle Zahlungen bis zum Stichtag sollten möglichst nachvollziehbar eingerechnet werden.

Keine Rückzahlung bereits gezahlter Beträge

Wenn bereits gezahlte Beträge nicht zurückerstattet werden sollen, kann dies ausdrücklich klargestellt werden.

Ratenhöhe realistisch festlegen

Bei einem bedingten Erlass ist es sinnvoll, nur Raten zu vereinbaren, die der Schuldner voraussichtlich tatsächlich leisten kann.

Vertragsänderungen dokumentieren

Wenn später eine Rate geändert oder eine Zahlungspause vereinbart wird, sollte dies möglichst schriftlich festgehalten werden.

Zahlungspause ist kein neuer Erlass

Eine vereinbarte Ratenpause verändert nicht automatisch die Höhe der Restschuld.

Schuldner verstirbt

Forderungen und Verbindlichkeiten können grundsätzlich Teil eines Nachlasses werden.

Bei personenbezogenen Vereinbarungen oder bereits bedingtem Erlass kann eine individuelle Prüfung erforderlich sein.

Gläubiger verstirbt

Auch Forderungen des Gläubigers können grundsätzlich in dessen Nachlass fallen.

Unterlagen geordnet aufbewahren

Beide Parteien sollten die Vereinbarung und Zahlungsnachweise daher langfristig nachvollziehbar aufbewahren.

Elektronische Unterzeichnung

Bei einer einfachen Forderungsverzichtsvereinbarung kann je nach Fall auch eine elektronische Dokumentation in Betracht kommen.

Bei besonderen Forderungen Formvorschriften prüfen

Ist das zugrunde liegende Rechtsgeschäft besonderen gesetzlichen Formanforderungen unterworfen, kann eine individuelle Prüfung erforderlich sein.

Unterschriften praktisch sinnvoll

Bei normalen privaten Vereinbarungen erleichtern eigenhändige Unterschriften den späteren Nachweis darüber, was vereinbart wurde.

Jede Partei erhält eine Ausfertigung

Beide Seiten sollten denselben Vertragsstand besitzen.

Typische Fehler beim Forderungsverzicht

Viele spätere Streitigkeiten entstehen durch unklare Formulierungen.

  • Forderung nicht bezeichnet: unklar, welche Schuld erlassen wird.
  • Haupt- und Nebenforderung vermischt: Zinsen und Kosten bleiben ungeklärt.
  • Teilverzicht ohne Restbetrag: niemand weiß, wie viel noch offen ist.
  • Bedingung unklar: Zeitpunkt des Erlasses ist streitig.
  • Wiederaufleben nicht geregelt: Folgen einer ausgefallenen Rate sind unklar.
  • Sicherheiten vergessen: Bürgschaft oder Grundschuld bleibt ungeklärt.
  • Vollstreckungstitel übersehen: trotz Vereinbarung existiert weiterhin ein Titel.
  • falscher Gläubiger unterschreibt: Forderung wurde möglicherweise bereits abgetreten.
  • steuerliche Folgen ignoriert: hoher Erlass wird ungeprüft vereinbart.
  • zu weitgehende Erledigungsklausel: andere Forderungen werden unbeabsichtigt einbezogen.

Checkliste vor der Unterzeichnung

Vor Abschluss der Vereinbarung kannst du folgende Punkte prüfen:

  • Wer ist aktuell Gläubiger?
  • Wer ist Schuldner?
  • Welche konkrete Forderung ist betroffen?
  • Wie hoch ist die offene Hauptforderung?
  • Welche Zinsen und Kosten bestehen?
  • Welche Zahlungen wurden bereits geleistet?
  • Handelt es sich um vollständigen oder teilweisen Verzicht?
  • Wie hoch ist die Restschuld?
  • Ist der Erlass sofort oder bedingt?
  • Wie wird eine Restschuld bezahlt?
  • Was passiert bei Zahlungsverzug?
  • Besteht ein Vollstreckungstitel?
  • Bestehen Sicherheiten?
  • Ist ein Inkassounternehmen beteiligt?
  • Sind steuerliche Auswirkungen relevant?
  • Erhält jede Partei eine unterschriebene Ausfertigung?

Word oder PDF – welches Format eignet sich besser?

Beide Downloads enthalten dieselbe Grundstruktur.

  • Word: ideal, um Forderung, Verzichtsbetrag, Restschuld, Raten, Bedingungen und Sicherheiten individuell anzupassen.
  • PDF: praktisch zum Ausdrucken, gemeinsamen Ausfüllen und Unterzeichnen.

Forderungsverzicht individuell anpassen

Ein vollständiger Erlass einer kleinen privaten Forderung ist deutlich einfacher als ein bedingter Teilverzicht über eine hohe Summe mit Vollstreckungstitel, Bürgschaft und Ratenzahlung.

Bei hohen Forderungen, Sicherheiten, laufender Zwangsvollstreckung, Unternehmensbezug, Insolvenzrisiken oder erheblichen steuerlichen Auswirkungen sollte die Vereinbarung individuell rechtlich beziehungsweise steuerlich geprüft werden.

Die Vorlage ist deshalb eine allgemeine Arbeitshilfe und ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung.

Forderungsverzicht Vereinbarung kostenlos herunterladen

Lade die kostenlose Forderungsverzicht Vereinbarung als Word- oder PDF-Datei herunter und passe Forderungsbetrag, Teilverzicht, Restschuld, Zahlungsbedingungen, Sicherheiten und Abschlussbestätigung individuell an.

Häufige Fragen zum Forderungsverzicht

Was ist ein Forderungsverzicht?

Bei einem Forderungsverzicht vereinbaren Gläubiger und Schuldner, dass eine bestehende Schuld ganz oder teilweise erlassen wird. § 397 BGB bezeichnet dies als Erlassvertrag.

Muss ein Forderungsverzicht von beiden Parteien vereinbart werden?

§ 397 BGB gestaltet den Erlass als Vertrag zwischen Gläubiger und Schuldner. Für eine klare Dokumentation sollten deshalb beide Parteien die Vereinbarung bestätigen.

Kann nur ein Teil einer Forderung erlassen werden?

Ja. Gläubiger und Schuldner können einen Teilverzicht vereinbaren. Dann sollte genau angegeben werden, welcher Betrag erlassen wird und welche Restschuld bestehen bleibt.

Kann der Forderungsverzicht an eine Zahlung gekoppelt werden?

Ja. Beispielsweise kann vereinbart werden, dass ein Teil der Forderung erlassen wird, wenn der Schuldner einen bestimmten Restbetrag bis zu einem festgelegten Termin vollständig zahlt. Die Bedingung sollte möglichst eindeutig formuliert sein.

Was ist der Unterschied zwischen Forderungsverzicht und Stundung?

Beim Forderungsverzicht wird eine Forderung ganz oder teilweise erlassen. Bei einer Stundung bleibt sie dagegen bestehen und nur der Zahlungszeitpunkt wird hinausgeschoben.

Was ist der Unterschied zwischen Forderungsverzicht und Vergleich?

Beim Vergleich nach § 779 BGB beseitigen die Parteien Streit oder Ungewissheit durch gegenseitiges Nachgeben. Ein Erlass nach § 397 BGB kann dagegen auch vereinbart werden, wenn Bestand und Höhe der Forderung unstreitig sind.

Was passiert mit einem bestehenden Vollstreckungstitel?

Ein vorhandener Vollstreckungstitel sollte ausdrücklich in der Vereinbarung berücksichtigt werden. Nach vollständiger Erledigung kann beispielsweise die Herausgabe, eine Erledigungsbestätigung oder die Beendigung weiterer Vollstreckung vereinbart werden.

Was passiert mit einer Bürgschaft oder anderen Sicherheit?

Das hängt von der Art der Sicherheit und vom Umfang des Forderungsverzichts ab. Sicherheiten sollten deshalb ausdrücklich geregelt werden. Bei Grundschulden, Bürgschaften oder größeren Beträgen kann eine individuelle rechtliche Prüfung sinnvoll sein.

Kann ein Forderungsverzicht steuerliche Folgen haben?

Ja. Insbesondere bei hohen privaten Forderungen, Familiendarlehen, betrieblichen Forderungen oder Gesellschafterdarlehen können steuerliche Fragen entstehen.

Wird durch den Forderungsverzicht ein SCHUFA-Eintrag automatisch gelöscht?

Nein. Eine Erlassvereinbarung führt nicht automatisch zur sofortigen Löschung sämtlicher gespeicherter Informationen. Gesetzliche Pflichten zur Berichtigung oder Aktualisierung bleiben davon unberührt.

Sollte nach vollständiger Erfüllung eine Bestätigung erstellt werden?

Ja, das ist praktisch sehr sinnvoll. Der Gläubiger kann bestätigen, dass die vereinbarte Restschuld vollständig bezahlt wurde und aus der bezeichneten Forderung keine weiteren Zahlungsansprüche bestehen.

Kann ich die Forderungsverzicht Vereinbarung Vorlage bearbeiten?

Ja. Die Word-Version lässt sich vollständig an Forderung, Erlassbetrag, Restschuld, Ratenzahlung, Bedingungen, Vollstreckungstitel und Sicherheiten anpassen.

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